Was sind Suryoye?

Suryoye ist die assyrisch/aramäische Eigenbezeichnung im Westdialekt für die christliche Volksgruppe aus dem Nahen Osten. Neben den Assyrern werden Aramäer, Chaldäer, Maroniten und Melkiten als Suryoye bezeichnet. Die klassischen Siedlungsgebiete erstreckten sich dabei auf das heutige Syrien, Libanon, Irak, Iran und der Türkei. Aufgrund von ethnischer und religiöser Verfolgung leben die Christen aus dem Orient nun mehrheitlich in der Diaspora weltweit verstreut. Von den Völkermorden und Pogromen nach dem Ersten Weltkrieg, vor allem im Osmanischen Reich, waren neben den Armeniern insbesondere Christen fast aller Kirchen in der Region betroffen. Über drei Millionen wurden aus ihrer angestammten Heimat vertrieben oder getötet. Andere wiederrum schafften es zu fliehen und bilden heute die westliche Diaspora –im Wesentlichen in Nord- und Südamerika, Europa und Australien.

Wer sind die Assyrer?

Die Volksgruppe der Assyrer gehören zu den Urchristen und lebten historisch über Jahrtausende in weiten Teilen des Nahen Ostens und damaligen Mesopotamiens (d.h., Irak, Iran, Syrien, Türkei, Libanon). Heute leben diese jedoch aufgrund der vergangenen Konflikte und Verfolgungen mehrheitlich verstreut im Ausland – und hier vor allem in Westeuropa, Nord- und Südamerika sowie Australien. Die Assyrer führen ihre Existenz auf die Geschichte der altorientalischen Völker der Assyrer, Aramäer, Chaldäer, Babylonier und Sumerer zurück. Die Historie dieser Volksgruppen und der Region war geprägt von wechselnden Herrschern – so beispielsweise des Persischen Großreiches, der Sassaniden, des Byzantinischen Kaiserreichs, des Arabischen Kalifats oder der Mongolen und schließlich der Osmanen. In Europa so schätzt man leben inzwischen mehr als 1.000.000 Assyrer, in Deutschland davon rund 300.000. Zahlreiche Assyrer kamen in den vergangenen Jahren als Folge der zunehmenden Gewalt gegen Sie und der IS-Herrschaft als politische und religiös verfolgte Flüchtlinge nach Deutschland, die ersten jedoch bereits als Gastarbeiter oder politische Flüchtlinge aus der Türkei.

Das reichhaltige kulturelle Erbe der Vergangenheit, das Christentum und die immer noch verbreitete Muttersprache der Sprache Jesus, Aramäisch, bilden heute die Grundlage der Assyrerbewegung unserer gemeinsamen Gegenwart.

Relevante Feiertage

Die Suryoye zelebrieren die religiösen Feiertage aus dem Christentum wie insbesondere Ostern und Weihnachten. Daneben eine Reihe weiterer Feiertage, die sich jedoch nach der zugehörigen Kirche unterscheiden können, da jeweils der Gregorianische oder Julianische Kalender genutzt wird. Darunter befindet sich ein Feiertag von enormer Wichtigkeit für die Community: der Feiertag als Gedenken an den Genozid von 1915 an den Suryoye im Osmanischen Reich auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Gemeinhin ist das der 24.04. eines jeden Jahres.

Das Neujahrsfest der Assyrer wird im Volksmund „Akitu“ genannt und ist ein Feiertag mit einem langjährigen geschichtlichen Hintergrund. Dieser wurde im u.a. im Assyrischen Reich Ende März bzw. Anfang April gefeiert. In der Neuzeit wurde dann der 01.04. eines jeden Jahres festgelegt und bezeichnet das assyrische neue Jahr. Das Jahr 2020 ist das assyrische Neujahr 6770.